Die Geschichte der Maschinenausstellung/ der Norddeutschen Obstbautage


Die folgenden zwei Textpassagen haben wir den Mitteilungen aus den Jahren 1973, 1998 und 2004 entnommen.Damit wollen wir die Entwicklung der Obstbautage aufzeigen:

25 Jahre Fachausstellung von Maschinen und Geräten für den Obstbau anlässlich der Norddeutschen Obstbautage, Januar 1973


Hinterhof Westerminnerweg, 1950
Hinterhof Westerminnerweg, 1950

Die Fachausstellung von Maschinen und Geräten für den Obstbau, die anlässlich der Norddeutschen Obstbautage am 17. und 18. Januar 1973 vom Obstbauversuchsring e. V. Jork veranstaltet wird, ist die 25. Maschinenausstellung nach dem zweiten Weltkrieg. Die vorliegenden Aufzeichnungen ergeben, dass die erste Ausstellung nach dem Krieg 1948 durchgeführt wurde.
Bereits vor dem Krieg führten anlässlich der damaligen Vortragsveranstaltungen einige Hersteller Geräte für die Schädlingsbekämpfung vor. In den Vortragspausen versammelten sich die interessierten Zuschauer auf dem „Freigelände" neben dem Schützenhofsaal und beobachteten gespannt, mit welcher Spritze am höchsten gespritzt werden konnte. Genaue Angaben, wann eine solche Vorführung zum ersten Male stattfand und die wievielte Ausstellung es somit in diesem Jahr ist, liegen nicht vor.

Oftmals hatten Besucher und Aussteller unter der Härte von Schnee und Frost zu leiden, oder Regen und Tauwetter weichten das Gelände auf, so dass es nur in Gummistiefeln zu betreten war. Der Griff zum Grogglas musste dann die innere Wärme wiederherstellen, und dieses wiederum führte manchmal zu Gleichgewichtsstörungen. Nur einmal musste wegen der Witterungsverhältnisse die Ausstellung kurzfristig abgesagt werden: 1962 hatte die Sturmflut die Elbdeiche zerstört und das Land überschwemmt.

Freigelände Obstbautage
Freigelände Obstbautage

Das Interesse an den Ausstellungen von Maschinen und Geräten für den Obstbau war in all den Jahren recht unterschiedlich; äußeres Zeichen hierfür sind die Besucherzahlen und die Zahl der teilnehmenden Aussteller. In den ersten Jahren galt es, den durch den Krieg und· die folgende Zeit aufgestauten Bedarf an technischer Ausrüstung zu ergänzen. Später kamen neue Verfahren, und damit auch „Werkzeuge", für die Pflege des Obsthofes. Der Schlepper machte dem Pferd Konkurrenz, zuerst nur bei den reinen Zugarbeiten, später auch als Kraftquelle zum Antrieb von Pumpen und Spritzen.

Sprühgeräte ermöglichten die Einmannarbeit in der Schädlingsbekämpfung, erforderten aber noch stärkere Schlepper. Die Mäharbeit mit dem Mähbalken wurde abgelöst durch die heutigen Mulchgeräte mit rotierenden Messern. - Aber genug der Beispiele. Die Talfahrt der Apfelpreise schränkte die Einkaufsmöglichkeit vieler Obsterzeuger ein. Bedingt durch die zurückgehenden Umsätze auf den Ausstellungen und im Laufe eines jeden Jahres sowie angesichts steigender Kosten verzichtete manche Firma auf die Teilnahme an weiteren Ausstellungen. Erfreulich ist die Tatsache, dass trotz vieler Schwierigkeiten eine ganze Reihe Firmen so oft und regelmäßig nach Jork gekommen sind und auch 1973 kommen wollen. Dieses sind sowohl im Alten Land beheimatete Firmen als auch solche mit sehr weitem Anreiseweg.

Freigelände Obstbautage
Freigelände Obstbautage

Das Jubiläum der 25. Ausstellung wird kein Anlass zum lauten Feiern sein. Beeinflusst durch die im Obstbau ungünstige Entwicklung der letzten Jahre haben die die Veranstaltung tragenden Verbände beschlossen, dass die Maschinenausstellung in Jork zukünftig nur noch in jedem 2. Jahr stattfinden soll, und zwar im Wechsel zu den DLG-Ausstellungen. Eine Hoffnung zur Belebung der diesjährigen DLG-Ausstellung bleibt, denn die gegenwärtige Marktlage für Obst lässt sicher viele Obsterzeuger aufatmen, kann man doch diese und jene Reparatur oder Neuanschaffung in Auftrag geben.

50. Fachausstellung für den Obstbau im Rahmen der Norddeutschen Obstbautage, Februar 1998


Dieses Jahr findet die Fachausstellung für den Obstbau zum 50. Male statt. Die Anzahl der ausstellenden Teilnehmer steigt seit einigen Jahren stetig an und liegt in diesem Jahr bei 150. Davon sind 30 Firmen erstmals in Jork vertreten.
Abweichend zu den Vorjahren ist die Ausstellung in diesem Jahr vollständig auf dem Festplatz konzentriert. Die alte Turnhalle wird nicht mehr für die Messe benutzt. Damit finden auch neue Besucher der Messe die ausstellenden Firmen problemlos. Um sämtliche Aussteller im Zelt auf dem Sportplatz unterbringen zu können, wurde dieses auf nun 3.200 m2 überdachte Ausstellungsfläche erweitert.

75 Jahre Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V., Juli 2004


Freigelände Obstbautage
Freigelände Obstbautage

Auch die Fachausstellung ist einem ständigen Wandel und Weiterentwicklung unterzogen. Während 1979 nur 75 Aussteller ihre technischen Neuheiten zeigten, sind inzwischen mit über 170 Ausstellern alle im Obstbau relevanten Firmen präsent. Die Fachausstellung steht Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre im Zeichen technischer Neuerungen.
Eine der Neuheiten auf der Ausstellung 1994 war z.B. die Flachstrahlinjektordüse. Bis zur Gegenwart nahm die Pflanzenschutzgeräte-Technik einen immer größeren Raum auf der Messe ein, nicht zuletzt durch die Einführung der Allgemeinverfügung 2000.

Insbesondere die Abdriftminderung wurde ein wichtiger Bestandteil auf der Messe. Die Technik ist allerdings nur ein Teilbereich der Fachausstellung. Der Anbauer kann sich hier seit jeher über das Angebot aller für den Obstbau notwendigen Artikel vom Pflanzenschutz oder Düngemittel über Baumpfähle bis zur Berufskleidung informieren. Die vor- und nachgelagerten Bereiche des Obstbaus wie z. B. Stromversorgung und Heizungstechnik Versicherungen und Banken gewinnen zunehmend an Bedeutung, und insbesondere der steigende Anteil der Aussteller aus den Sparten Dienstleistung und Direktvermarktung hat das Gesicht der Fachausstellung in den letzten zehn Jahren entscheidend verändert. Mit der Ausweitung des Angebotsspektrums wandelte sich auch die Form der Messe. Während 1983 noch die sogenannte Halle 3 neben dem Schützenhofgebäude genutzt wurde (1984 abgerissen) spielte sich der überdachte Part 1988 hauptsächlich auf dem kleinen und großen Saal im Schützenhof Jork (WEHRT) ab. Zu damaliger Zeit wurde bereits das 1. Zelt aufgebaut.

Freigelände Obstbautage
Freigelände Obstbautage

Seit 2002 ist die ESTEBURG mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten. Seitdem haben auch wir unseren Stand entwickeln können jedes Jahr wechselt die Zuständigkeit der Abteilungen, das heißt die fachliche Verantwortung und es werden bestimmte Themen präsentiert. Um die Organisation des ESTEBURG-Messestandes kümmert sich Dorothee Mohr.

Die Norddeutschen Obstbautage heute


Die vom Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V. organisierte Fachausstellung hält in jedem Jahr ein interessantes und vielseitiges Programm für die Besucher bereit. In den letzten Jahren präsentierten fast 200 Aussteller (damit ist die Ausstellung ausgebucht, es gibt eine Warteliste) Produkte und Dienstleistungen rund um den Erwerbsobstbau. Ein großzügiges Außengelände inklusive sechs beheizter Messezelte auf 6.000 qm bieten genügend Platz für neueste Entwicklungen aus der Branche. Die Fachausstellung zeigt kompakt alle obstbaulichen Aspekte und ist Norddeutschlands wichtigste Informationsquelle für neue obstbauliche Entwicklungen. Zunehmendes Interesse verzeichnen wir auch von Ausstellern im Bereich des Beerenobstes. Insgesamt freuen sich ca. 3.000 Besucher und über 200 Aussteller jedes Jahr auf zwei interessante Messetage sowie das obstbaufachliche Programm am Mittwoch und die große Politik mit Meisterbriefübergabe am Donnerstag.